Sonntag, 31. Juli 2011

Feed the world


In letzter Zeit hab ich ja viel Gelegenheit zum Lesen, auch weil der Kuschelkater mich stundenlang ans Bett tackert und ich dann ausser fernsehen, lesen und surfen nichts machen kann.

Man macht sich ja so seine Gedanken, wie das Familienleben aussehen soll, was einem bei der Erziehung wichtig ist, worauf man im Alltag Wert legt und was eher unwichtiger ist. Wobei ich befürchte, dass man diese Überlegungen eh vergisst, wenn man gezwungen ist spontan zu reagieren und auch nach 3 schlaflosen Nächten noch Entscheidungen treffen muss. Wir werden sehen. Die Geduldigste bin ich ja nun leider nicht.

Darauf will ich auch grad gar nicht hinaus.
Über gesunde Ernährung weiss ich Bescheid, damit hab ich mich lang genug befasst. Seit einiger Zeit beschäftigt mich nun die Frage, wie man sich ökologisch und biologisch verträglich ernährt bzw. konsumiert im Allgemeinen. Ist das überhaupt noch möglich heutzutage? Ich finde das so schwierig. Die Diskussion um die Milchpreise, Dumpinglöhne, Mogelverpackungen, künstliche Aromen, Massenproduktion, die die Märkte kaputt macht, Bio, das gar kein Bio ist, Gen-Food, Fairtrade, Tierhaltebedingungen, CO2-lastige Importe und die bewusste Nicht-Information der Konsumenten...

Angenommen man braucht Käse. Was kauft man? Achtet man darauf, dass der Käse aus der Region kommt, damit er keine lange Anreise hinter sich hat? Soll er aus einem kleinen Betrieb kommen, um Familienunternehmen und Handarbeit zu unterstützen? Und was weiss man über die Milch aus der er gemacht ist? Wie werden die Kühe gehalten? Wird der Bauer für die Milch angemessen bezahlt? Und sind Kühe aufgrund der hohen Methanproduktion nicht sowieso problematisch? Wie ist das mit Mozzarella - traditioneller Büffelmozzarella aus Italien oder "Kopie" aus deutscher Kuhmilch? Wo fängt man da an zu recherchieren und zu entscheiden?

Und was ist mit der nicht ausreichenden Deklaration der Zutaten? Was ist mit künstlichen Aromen aus Schimmelpilzen? Was ist mit all den Zusätzen, von denen man nicht wirklich weiss, wie sie auf unseren Organismus wirken, und die ursprünglichen Nahrungsmittel völlig verfälschen? Und was ist mit Verpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen, als tatsächlich drin ist und auf denen das Produkt viel besser aussieht als es im Endeffekt ist?

Wie kriegen wir raus woher unser Essen kommt, wie es produziert wurde? Worauf muss man achten? Lohnt sich das überhaupt? Das ist ein unüberschaubares, erschöpfendes Thema. Ich hab ein paar Dokus gesehen in letzter Zeit und habe versucht etwas dazu zu recherchieren. Aber ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich sollte mal einige Bücher bestellen. Hab schon einige rausgesucht. Aber keine Zeit mehr zum Lesen!





Kommentare:

  1. oj bio leben... schwierig, aber guter Ansatz. Ich habe kürzlich (in einem Biomagazin) gelesen, dass nicht vordergründig der Herkunftsort maßgeblich ist beim Verhältnis von Produkt und CO2-Verbrauch, sondern WIE das Produkt eingekauft wird (zu Fuß? mit dem Idiotentruck (SUV) etc.).
    Kühe stoßen tatsächlich viel CO2 aus, aber die Menschheit dürfte der weitaus größere Furzer sein. Vorschlag zur Reduzierung von Kuhfürzen: Esst mehr Kühe! Und wem die Menschheit zu viel ist: Esst mehr Kinder! Oder Autos!
    Glückwunsch nachträglich!

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  2. es ist tatsächlich schwierig. teilweise ist es ökologisch sogar verträglicher äpfel aus argentinien zu kaufen... verrückt. ich fürchte es ist gar nicht mehr möglich alles richtig zu machen. hoffentlich kommen die bücher morgen an.

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