Mittwoch, 11. Mai 2011

24. Woche


Meine innere Einstellung hat sich in den letzten Wochen etwas verbessert. Es gibt zwar immer noch Tage, an denen ich hauptsächlich grübel und mich Horrosvisionen plagen, aber im Großen und Ganzen ist es viel besser. Immerhin will ich nicht mehr mit dem Bauch vor ne Tischkante rennen...


Und natürlich hattet ihr Recht. Diese Gefühle sind ganz normal. Gut, vielleicht nicht für alle Frauen, aber wohl doch für viele. Die ganze hormonelle Umstellung, Gedanken über die ungewisse Zukunft, der Körper verändert sich unwiderruflich... Nur leider wird darüber kaum gesprochen. Alle Schwangeren scheinen sich immer nur zu freuen. Ich habe jetzt aber einen tollen Artikel gefunden, der mir ein bisschen Mut macht. Und ich spür den Kleinen jetzt auch treten, mittlerweile sogar so stark, dass sogar der Papa das fühlt. :) Das Schönste am Schwangersein ist für mich irgendwie zu sehen wie er sich auf den Kleinen freut, wie er mich und den Bauch ansieht und sich um mich kümmert. Er setzt wirklich Himmel und Hölle für mich in Bewegung.

Natürlich hab ich Angst. Was ist wenn ich mich in dieser großen Herausforderung, die ein Kind ja nun unweigerlich darstellt, selbst völlig verliere? (Obwohl ein Kind großzuziehen die vielleicht verantwortungsvollste Mission des ganzen Lebens ist und wenn man es denn schon anfängt, sollte man auch alles daran setzen es ordentlich zu tun. Meine Meinung.) Was ist, wenn ich nichts fühle, wenn mich das Kleine zum ersten Mal anschaut? Und ja, haltet mich für bekloppt, aber in manchen Sekunden hab ich Angst, dass er das Kind mehr lieben könnte als mich. Ich war nie so total babyverrückt wie andere Frauen, hauptsache Kind, alles andere ist egal. Ich möchte eine Familie, komplett, nicht nur ein Kind. Auf das Familienleben freu ich mich schon irgendwie sehr. Wenn dann endlich mal das ganze Umzugs-Arbeits-Lebenssituations-Chaos geklärt ist. Wir werden uns beide sehr verändern, nachdem wir uns ja nun noch nicht lange kennen, und ich hoffe, dass wir uns dabei nicht gegenseitig aus den Augen verlieren.
Ich habe mich schließlich in ihn verliebt, weil er ist wie er ist. Und nicht, weil ich ihn so hinbiegen möchte wie es mir passt. Es gibt nichts an ihm, das ich ändern möchte. Ich möchte nicht, dass er mit der Musik aufhört, auch wenn das bedeutet, dass er manchmal für längere Zeit nicht da ist. Aber das gehört so zu ihm und ich werde ihn nicht einsperren. Jetzt wo ich endlich jemanden gefunden habe, der meinen Freiheitsdrang versteht und akzeptiert.

Nun ja, nur ein paar meiner Gedankengänge. Ich weiß, ich schwafel schon wieder. :)
Zu unserer großen Erleichterung haben wir anscheinend auch endlich einen Namen. Mein Papa mag ihn zwar nicht - aber wir können es eben nicht jedem recht machen. Ich bin nur froh, dass wir um seine Namensvorschläge herumgekommen sind. ^^ Eher müsst ihr mich erschießen, als dass mein Sohn Dante, Atlas, Wilhelm oder Pollux heißt (nein, ich mache keine Scherze... *augenroll*). Und auch meine Liste (u.a. Jonah, Mika, Janek, Jannis) wurde komplett abgeschmettert, mit der Begründung, dass das alles entweder zu polnisch, zu schwedisch oder zu sehr nach finnischem Verbrecher klingt. Aber es war echt alles besser als Pollux. Ich hatte schon befürchtet das Baby bleibt namenlos und wir schlagen uns die Köpfe ein. Nein, im Endeffekt haben wir jetzt was wirklich Schönes. Mal sehen, ob es auch bis zur Geburt dabei bleibt. Aber Herr H. sagt jetzt schon nicht mehr "das Baby" oder "unser Kleiner", sondern benutzt den Namen. Es scheint entschieden. :)

Die letzten Tage habe ich damit verbracht meinen Gerümpelfundus zu dezimieren. Es ist erschreckend wie viel Scheiß sich so im Laufe der Jahre ansammelt. Ich habe das ehrgeizige Ziel meine Stoffsammlung auf die Hälfte zu reduzieren. Ich hab bald einfach keinen Platz mehr dafür. Und es ist trotzdem immer noch viel zu viel. Und wenn man bedenkt, dass er verrückt danach ist Synthesizer zu sammeln, brauchen wir wohl ne große Wohnung... Ich will versuchen einen Teil des Stoffes für nen symbolischen Kleckerbetrag in meinem Nähtanten-Forum zu verkaufen. Wär ja schade um das ganze Zeug.
Der Küchenschrank ist endlich ausgemistet und er hat eine eigene Kiste für seinen glutenfreien Kram bekommen. Und der Schrank ist wieder tierfrei. In Sushis Futter hatte sich nettes Getier eingenistet. Pfui.

Kommentare:

  1. Mach dir keine Sorgen. Mir gings in der Schwangerschaft so schlecht das ich Antidepressiva verschrieben bekommen musste, aber glaub mir, wenn dieses süße Wesen erstmal da ist, hat man gar keine Zeit mehr sich Gedanken zu machen, und je größer die kleinen werden desto süßer findet man sie. ^^
    Wenn du dein Kind beim ersten Anblick nicht gleich anhimmelst und am Anfang eher gestresst bist als sonstwas is das total normal und voll ok. Da holst du dir einfach in bisschen unterstützung und nach ner Stunde ohne Kind fängst du dann leich an es zu vermissen, dann gehts dir gleich wieder viel besser wenn du dein Würmchen im Arm hast. Nur nicht stressen lassen.
    Du könntest langsam anfangen Schwangerengymnastik und Geburtsvorbereitung zu gehen. Da lernt man andere nette Leute kennen und macht sich nicht mehr so viele Gedanken. :)

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  2. ui, gymnastik... :D
    den geburtsvorbereitungskurs machen wir an einem wochenende anfang juli. er möchte das mit mir zusammen machen und bei der entfernung und seiner schichtarbeit ist es einfach nicht möglich an 8 aufeinanderfolgenden wochen zur selben zeit hier zu sein. aber so ein we-kurs ist ja auch okay. :)

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